
Sudhaus |
Die komplette Brauerei wurde im Erdgeschoss der Chasa 24 in Tschlin von einer tschechischen Firma aus Budweis konzipiert und installiert. Das Sudhaus ist voll automatisiert mit ansteuerbaren Ventilen und Pumpen, d.h. Rezeptur und Steuerung sind in einem Leitcomputer hinterlegt. Der Braumeister kann jedoch jederzeit eingreifen. Die Sudpfanne und die nacfolgenden Behälter haben eine Kapazität von tausend Litern, also 10 hl.
Das frisch gebraute Bier gärt dann etwa drei Wochen in zylindrokonischen Tanks, 3 à 1’000 l, 4 à 2’000 l. Danach reift es in horizontalen Drucktanks, 2 à 830 l, 4 à 1000 l (seit April 2009), 4 à 1500 l. Alle Tanks werden mit Eiswasser temperiert. Der Leitcomputer registriert die Temperaturverläufe jedes Tanks.
Aus den Drucktanks wird in einer mechanischen Abfüllapparatur von Hand abgefüllt. Zu den Betriebseinrichtungen gehört die Schrotmühle für das Malz unmittelbar vor dem Sudansatz, die Kühlmaschine mit Eiswasserbehälter und Eiswasserleitungen zu den Tanks und die Flaschenwaschmaschine.
Die Flaschen werden von Hand mit einer gehefteten «Fähnchen»-Etikette versehen und in die Harrasse eingefüllt, 20 Halbliter- oder 24 Drittelsliter-Flaschen. Auf eine Europalette passen 8 Türme aus 5 Harrassen. Sind’s alles Halbliter-Flaschen, gibt das vier Hektoliter Bier pro Palette, zusammen mit dem Gewicht der Flaschen und der Palette fast eine Tonne.
Damit hat die Brauerei eine theoretische Nennleistung von 2000 Hektolitern im Jahr, wenn die Abnahme konstant wäre. Wir haben aber die starke Saisonalität eines «Tourismusbieres», Winter und Sommer.
Die Investitionen des Jahres 2012 – etwa 300'000 Fr – brachten einige Umbauten, so dass die Lagertanks Platz machten für die neue Flaschenwasch- und -abfüllanlage , die seit Januar 2012 funktioniert. Die Schwierigkeiten der Montage und Inbetriebnahme sind in den «Novitats» und auf der Generalversammlung 2012 genügend berichtet. Die Vorteile der Anlage:
a) Sie lässt uns in einer Stunde so viel abfüllen wie früher an einem Tag, d.h. die Lieferbereitschaft steigt enorm.
b) Sie verlängert die Mindesthaltbarkeit fast um das Doppelte. Wir zeichnen bald einmal alle Flaschen mit 5 Monaten auf der Fähnchenetikette aus.
c) Beides zusammen steigert die Wettbewerbsfähigkeit deutlich.
d) Diese Fähigkeiten erlaubten uns, auf die Coop-Anfrage aus dem September 2011 schnell zu reagieren. Seit Ende April 2012 gibt’s die Biera Engiadinaisa in Einwegflaschen mit Kronkorken in einem Vierergebinde.